Bei der Frage, wie sich am sinnvollsten und finanziell lohnendsten für den eigenen Todesfall vorsorgen lässt, gibt es unterschiedliche Ansätze. Besonders drei Konzepte werden dabei genutzt: zum Ersten das private Ansparen, zum Zweiten die Sterbegeldversicherung und zum Dritten die Risikolebensversicherung. Alle drei Konzepte haben ihre Berechtigung – und ihre Vor- und Nachteile.

Beim privaten Ansparen liegt das Risiko komplett in der eigenen Hand. Soll heißen: Wenn der Todesfall sehr plötzlich und unerwartet früh eintritt, ist die angesparte Summe oft zu gering oder noch gar nicht vorhanden, um die Beerdigungskosten abzudecken. Ist der gewünschte Betrag allerdings von vorneherein verfügbar, so ist die private Rücklage eine sehr gute Variante. Die beiden anderen Formen der Vorsorge sind Versicherungen – was gleichzeitig bedeutet, dass der Großteil des Risikos hinsichtlich eines frühen Todesfalls bei den Versicherungsgesellschaften liegt. Die Unterschiede zwischen den beiden Versicherungsarten sind jedoch groß. Sie liegen vor allem in den Zielen, mit denen die jeweilige Police abgeschlossen wird. Diese spiegeln sich u.a. in der Laufzeit und der abgesicherten Versicherungsleistung beider Absicherungsformen wider.

Unterschiede in Versicherungsdauer und -inhalt

Der wichtigste Unterschied zwischen einer Sterbegeld- und einer Risikolebensversicherung ist folgender: Bei der Sterbeversicherung geht es darum, die Kosten für die eigene Beerdigung abzusichern – bei der Risikolebensversicherung hingegen ist das Ziel des Versicherungsnehmers, im eigenen Todesfall Hinterbliebene finanziell abzusichern. Wie zuvor bereits kurz erwähnt unterscheiden sich beide Arten auch in den Laufzeiten: Eine Sterbegeldversicherung läuft in der Regel tatsächlich bis zum Lebensende, während eine Risikolebensversicherung ein ganz konkretes Ablaufdatum hat, nach dessen Ende sie nicht mehr greift.

Das heißt, das eingezahlte Geld ist weg, wenn der Versicherte zum Zeitpunkt des Versicherungsendes noch lebt: Denn bei einer klassischen Risikolebensversicherung wird kein angesparter Betrag am Ende der Laufzeit ausgezahlt – sie greift allein, wenn der Versicherte während der Laufzeit verstirbt. Sie ist also eine reine Risikoversicherung. Anders bei der Sterbegeldversicherung: Wurde hier ein Laufzeitende vereinbart zu dem der Versicherungsnehmer noch am Leben ist, wird in vielen Fällen nicht nur die Versicherungssumme in jedem Fall ausgezahlt, sondern oftmals wird diese auch durch eine Überschussbeteiligung erhöht, die durch das Kapitalanlageverhalten der Versicherungsgesellschaft erwirtschaftet wurde.

Die unterschiedliche Ausrichtung einer Sterbegeld- beziehungsweise einer klassischen Risikolebensversicherung spiegelt sich auch ganz konkret in den Kosten wider. Denn während die Vorsorge für die Übernahme der Beerdigungskosten für den eigenen Todesfall meist mit recht überschaubaren monatlichen Beiträgen verbunden ist, liegen die Kosten für eine Risikolebensversicherung in der Regel ein gutes Stück höher.

Was beiden Versicherungen hingegen gemein ist, ist die Tatsache, dass sie nur nach dem Tod des Versicherten zur Auszahlung kommen, er also, anders als beispielsweise bei einer Kapitallebensversicherung, zu Lebzeiten keine Auszahlung erhält.

Stichwort Gesundheitsprüfung 

Auf den ersten Blick gleichen sich Sterbegeld- und Risikolebensversicherung in einem weiteren Punkt: der Gesundheitsprüfung. Denn die muss in vielen Fällen beim Antrag auf eine Sterbeversicherung ebenso ausgefüllt werden wie beim Antrag auf eine Risikolebensversicherung. Doch es gibt einen wichtigen Unterschied: Die Prüfungskriterien bei einer Sterbegeldversicherung sind in der Regel weniger streng als bei der Risikolebensversicherung. Es ist deshalb für Menschen mit gesundheitlichen Risiken leichter, eine Sterbegeldversicherung abzuschließen als eine Risikolebensversicherung. Darüber hinaus gibt es inzwischen auch viele Sterbegeldversicherungstarife, für die keine Gesundheitsfragen beantwortet werden müssen. Das erhöhte Risiko, das der Versicherer dabei eingeht, wird allerdings meist durch geltende Wartezeiten kompensiert. Diese besagen, dass der volle Versicherungsbetrag erst ausbezahlt wird, wenn der Todesfall nach mehreren Jahren Laufzeit der Versicherung eintritt. Bei einer Risikolebensversicherung gibt es keine Wartezeiten: Wer die Gesundheitsprüfung besteht, ist ab dem Moment der Unterzeichnung des Versicherungsvertrages in vollem Umfang abgesichert.

Die Risikolebensversicherung und die Sterbegeldversicherung verfolgen unterschiedliche Ziele, wodurch der Versicherungsnehmer sich zuerst im Klaren darüber sein muss, welchen Zweck er mit der Versicherung abdecken will. Geht es lediglich darum, die Bestattungskosten abzusichern, ist die Sterbegeldversicherung die richtige Wahl. Die Absicherung über ein privates Ansparen kann zum Problem werden, wenn der Tod unerwartet früh eintritt, ist der zu sparende Betrag allerding von vorherein vorhanden, ist der Abschluss einer Versicherung überflüssig.